Stand: 11.12.2016

Die Chronik der Gablinger Feuerwehr



Kurzüberblick

Feuerwehrhelme

Das Feuer ist ein Himmelsgeschenk und ein Fluch zugleich. Ohne den Gebrauch von Feuer ist kein menschliches Leben denkbar. Seit die Menschheit das Feuer zu nutzen weiß, kennt und fürchtet sie auch seine verheerende Macht und sucht sich ihrer zu erwehren.
In Deutschland finden wir in den Städten erst im 13. Jahrhundert Anfänge eines geordneten Feuerlöschwesens, das sich vor allem auf den Einsatz mit Löscheimern stützte. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde die mechanische Feuerspritze erfunden, zu deren Betrieb allerdings weiterhin Ketten von Wassereimern erforderlich waren. Einen großen Fortschritt bedeutete die Erfindung eines Holläders im Jahre 1655. Diese Erfindung bestand aus Druckschlauch, Saugschlauch, Windkesselm, mechanischer Pumpe und ersetzte somit die Ketten von Wasserträgern. Solche Löschhilfen konnten sich damals aber nur größere Städte leisten. Ländliche Gemeinden kamen erst Mitte des 19. Jahrhunderts in den Genuss eines organisierten Feuerlöschwesens, nachdem sich Gemeindebürger zusammengetan und Freiwillige Feuerwehren für ihre Orte gegründet hatten und die bis dahin von Amtsseite verordnete Pflichtfeuerwehren ablösten.

Die Gründung 1876

Verantwortungsbewusste Bürger haben sich nach einem Aufruf des damaligen Bürgermeisters Joh. Jäger zusammengeschlossen und die Freiwillige Feuerwehr Gablingen am 19. Februar 1876 gegründet. 39 Gemeindebürger traten spontan, so berichtet der Chronist, in der Günderversammlung dem Verein bei. Ziel und Aufgabe war es, einen geordneten Brandschutz in der Gemeinde zu schaffen, um zu helfen, wo Feuer das Eigentum der Bürger zu vernichten drohte. Die notwendigen Löschgeräte konnten von den Mitgliedern und mit Zuschüssen aus dem Gemeindesäckel finanziert werden. Die Ausrüstung bestand auf folgenden Geräten:

2 Druckspritzen auf Rädergestell 50 Messinghelme
50,0 m Normalschläche 9 Steigergurte mit Ring und Karabiner
1 Steigerwagen 39 normale Gurte
2 blecherne Wasserschapfen

1910 wurde ein Spritzenhaus mit Schlauch-Trockenturm an der Hauptstraße gebaut. Dieses war bis 1973 in Betrieb. Von der Gemeinde musste zur Finanzierung ein Darlehnen von 5779 Mark aufgenommen werden.

Das Feuerwehrgerätehaus von 1910 an der Hauptstraße mit einem Schlauch-Trockenturm erfüllte bis 1973 seinen Zweck.

1913 Ergänzte eine Schubleiter auf Rädern, welche bis 1963 benutzt wurde, zum Preis von 600 Reichsmark die Ausrüstung. Finanziert wurde sie von den Mitgliedern der Wehr und aus Spenden bewerkstelligt.
Die Brandeinsätze konnten nun durch diese Maßnahmen geordnet und zum Schutz der Bevölkerung und deren Hab und Gut durchgeführt werden.
Nach den Aufzeichungen des Brandberichtsbuch (1892 - 1920) war der erste Brandeinsatz am 10. Juli 1892 im Anwesen Kaiser Pius Hs.-Nr.29.

Nachberschaftshilfe erhielt die Gablinger Feuerwehr von umliegenden Wehren. Insgesamt kämpften 334 Feuerwehrmänner gegen die Feuersbrunst. Werden der geringen Abstände zu den Nachbargebäuden erforderte es große Anstrengung, um das Feuer nich auf diese überspringen zu lassen. Es wurden 13 Druckspritzen eingesetzt, um das erforderliche Löschwasser an den Brandplatz zu befördern.

Brandberichte von 1892 bis 1945

Brandanwesen Datum Leiter der Brandeinsätze
Pius Kaiser HsNr. 29 10.7.1892 Eberle Jos.
Joh. Jäckle 8.8.1898 Dempf Joh.
Seb. Welzhofer 17.7.1899 Dempf Joh.
Jos. Schaller, Gastw. 11.9.1901 Dempf Joh.
Alois Schindlmeir 2.4.1902 Dempf Joh.
Schur, Gastw. Holzh. 28.11.1902 Dempf Joh.
Jos. Rottmeir 19.4.1903 Dempf Joh.
Maierle Anton 8.7.1903 keine Angabe
Albert Hafner 23.4.1905 Dempf Joh.
Matth. Sapper 23.4.1905 keine Angabe
Gg. Stegmüller 11.5.1905 keine Angabe
Eug. Kühn 12.12.1905 Dempf Joh.
Max Hafner 10.4.1915 Dempf Joh.
Mart. Brem 16.7.1915 Dempf Joh.
Armenhaus Gem. 31.1.1920 Dempf Joh.
1920-1927 keine Brandbericht- aufzeichnungen
Jos. Förg 20.5.1927 Dempf Joh.
Georg Eberle 10.10.1928 Dempf Joh.
Joh. Karner 1929 Schmid Jos.
Andr. Dössinger 29.12.1929 Schmid Jos.
Joh. Kratzer 20.10.1930 Schmid Jos.
Viktoria Stegmüller 14.9-1931 Schmid Jos.
Joh. Jäckle 20.10.1931 Schmid Jos.
Pröll Kilian 13.11.1931 Schmid Jos.
Mart. Wollmann 22.5.1933 Schmid Jos.
Joh. Säule 13.5-1934 Schmid Jos.
Jos. Jäger 13.8.1934 Schmid Jos.
Joh. Jäckle 4.10.1936 Schmid Jos.
Isidor Völk 19.10.1936 Schmid Jos.
Kühn Eugen 2.3.1938 Schmid Jos.
Joh. Schwarz 22.1.1939 Fingerle Agabit
Martin Wiebel 19.10.1944 Fingerle Agabit
Georg Wiedemann Mai 1945 Fingerle Agabit

Brände, die durch Kriegseinwirkung beim Einmarsch der Amerikaner ausbrachen, sind in noch folgenden Aufzeichnungen enthalten.

Vorstände der Freiwilligen Feuerwehr von 1876 bis 1945

Zeitraum Vorstand
1876 - 1879Langenmeir Joh.
1879 - 1883Jäger Johann
1883 - 1887Förg Jakob
1888 - 1890Jäger Johann
1890 - 1904Eberle Josef
1904 - 1928Welzhofer Sebastian
(wurde 1929 zum Ehrenvorstand ernannt)
1929 - 1939(?)Brem Martin

Wegen der Umorganisation der Freiwilligen Feuerwehren in Dritten Reich in eine staatliche Feuerschutzpolitzei waren ab 1936 keine Wahlen mehr möglich.
Laut Kassenbuchabschluss 1934-1936 von Sebastian Dössinger und Benedikt Kratzer sowie Kassierer Joseph Schuster genehmigt mit Unterschrift.

Brandberichte von 1892 bis 4.2.1920

Angaben zu wichtigen Brandeinsätzen sind schon genauestens aufgeführt. Schriftlich niedergeschrieben wurden Ort un Zeitpunkt des Brandes. Die Alarmierungen erfolgten durch das Läuten der Kirchenglocken sowie mit dem Signalhorn eines Signalisten, der von der Vorstandschaft jährlich neu beauftragt wurde. Wurden für einen Löscheinsatz die Hilfe von Nachbarfeuerwehren nötig, sind im Brandbericht die Hilfeleistende mit dem Namen der Wehren sowie die Anzahl der dazugehörigen Feuerwehrleute eingetragen worden. Ebenso wurde ein Vermerk über das vermutliche Enstehen des Brandes eingetragen.

Der erste Brandbericht vom 14.7.1982 aus dem "Brandberichtsbuch"

Weitere Einsätze in den folgenden Jahren in der Gemeinde und in den Nachbargemeinden wurden nach teilweise gute Aufzeichnungen von der Wehr durchgeführt. Darüber zu berichten würde den den Rahmen dieser Schrift sprengen

Der Erste Weltkrieg

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges mussten mehrere Kameraden den Feuerwehrrock mit der Militäruniform tauschen und in den Krieg ziehen. 14 Feuerwehrkameraden ließen ihr junges Leben im Einsatz für das Vaterland. Ihre Namen stehen zur Ehre auf dem Kriegerdenkmal. Nach diesem traurigen Ereignis eines verlorenen Krieges stellten sich die heimkehrenden Männer wieder der Feuerwehr zur Verfügung und leisteten ihre angestammte Hilfeleistungen im Ort und in den Nachbargemeinden.
Dass der Feuerwehrverein außer in Brandeinsätzen und Hilfeleistungen die kameradschaftlichen Pflichten pflegte, zeigen die Aufzeichnungen über die Unterstützung für Hinterbliebene, Witwen und Waisen von Mitgliedern. Eine solche Leistung ist ersichtlich, als der Maurermeister Ludwig Eberle am 9. Februar 1887 verstarb. In einer außerordentlichen Versammlung wurde darüber beraten, welche Unterstützung der Witwe und ihren drei Kindern gewährt werden könne. Der Protokollführer schreibt, dass der verstorbene Maurermeister sich große Verdienste in der Freiw. Feuerwehr erworben hat. Man fasste den Beschluss, dass der Witwe Karolina Eberle und ihren drei Kindern ein Betrag von 20 Mark als erste Hilfe zugeteilt werden kann.

Feste und Tanzveranstaltung wurden mit großem Eifer von der Vereinsleitung organisiert und durchgeführt.

Die Abhaltung eines alljährlichen Feuerwehrballs in einer Gaststätte im Dorf geht aus schriftlichen Aufzeichnungen im Kassenbuch hervor. Im Vorstandsgremium ist entschieden worden, in welcher der drei Gaststätten der Ball stattfinden sollte. Ebenso wurde der Preis für die Tanzkapelle festgelegt. Wie streng die Auflagen der Behörde für solch eine Veranstaltung waren zeigt nachfolgender "Erlaubnisschein" vom Bezirksamt Augsburg mit Datum vom 15.1.1922.

* man bedenke, es war die Zeit der Inflation nach dem 1. Weltkrieg

1926 - das 50-jährige Gründungsjubiläum

Viele Gäste aus den Nachbargemeinden beteiligten sich an diesem Fest. Sogar ein Sonderzug brachte die Festgäste aus der Stadt Augsburg nach Gablingen. Herr Pfarrer Rueß zelebrierte den Festgottesdienst, Schmiedemeister Georg Oblinger hielt die Festrede, über den Dorfeingängen spannten sich Triumpfbögen und die Häuser präsentierten sich mit Fahnenschmuck. Ein Festumzug durch das Dorf mit Ross und Reiter war der Höhepunkt der Veranstaltung. Festplatz war der Garten des Anwesens Meirle (später Eckinger-Reinsch, heute Grünholderstraße 7).

Einsatzübung anlässlich des 50-jährigen Feuerwehrjubiläums anno 1926 auf dem Festplatz im Hof des Anwesens Meier - Eckinger an der Grünholderstraße. Heute ist im Wohhaus rechts das Kleinmuseum für Vor- und Frühgeschichte unter-gebracht.

Als Festdamen fungierten Anna Dempf, Kreszentia Lippert, Thekla Amann, Therese Eberle, Maria Lang und Maria Wiedemann. Im Amt des Festausschusses waren Vorstand Sebastian Welzhofer, Kommandant Johann Dempf sowie die Vorstandschaftsmitglieder Joseph Schuster, Xaver Hänle, Joseph Schmid, Jos. Pfiffer, Peter Geisenberger und Jakob Eberle. Die Musikkapelle Gablingen wurde von der Feuerwehrkapelle Augsburg unterstützt. Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass dieses Fest weit über die Grenzen der Gemeinde Beachtung fand.

Aufstellung an der Grünholderstraße zum Festzug beim 50-jährigen Gründungsfest 1926.

Der Bau einer Wasserleitung mit Tiefbrunnen und Hochbehälter im Jahre 1928 war eine große Hilfe zu den Löscheinsätzen. Sämtliche Anwensen im Dorf wurden mit der neuen Einrichtung mit Wasser versorgt, was auch für die Gesundheit der Bevölkerung ein Fortschritt war. Zur Brandbekämpfung wurde an ausgesuchten Standpunkten Wasserhydranten eingerichtet. Damit war gewährleistet, dass die Wehr zur Wasserlieferung kurze Wege in Anspruch nehmen konnte. Anfang der 30er-jahre waren einige Löscheinsätze notwendig, die durch Brandstiftung ausbrachen. Der Gemeindechronist vermerkte, dass 1931 auf Grund verschiedener ungeklärter Brandfälle Kontrollgänge in der Nacht von 11 Uhr bis 2 Uhr morgens" durchgeführt wurden. Da sich diese Maßnahme als nicht besonders wirksam erwiesen hatte, sind die Zeiten der "Nachtwache" unregelmäßig festgelegt und den Kontrollgängern erst unmittelbar vor Dienstantritt mitgeteilt worden.

Feuerwehr im Dritten Reich

Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 wurden die Freiwilligen Freuerwehren politisch in eine staatlich verordnete Hilfstruppe umfunktioniert. Etliche Mitglieder des Vereins waren mit dieser Verordnung nicht einverstanden und traten aus der Feuerwehr aus. Ab 1934 sind in den Vereinsbüchern keine Aufzeichnungen über Generalversammlungen oder Neuwahlen sowie über andere Ereignisse enthalten. Der Kommandant wurde zum Wehrführer umbenannt. Ein Vorstand war nach Ansicht der Machthaber dieser Zeit nicht mehr nötig. Die letzte Eintragung im Kassenbuch wurde von den Kameraden Sebastian Dössinger und Benedikt Kratzer unterschrieben.

Nach einem schweren Luftangriff auf Augsburg.

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 wurden eine Anzahl der wehrfähigen Mitglieder zu den Waffen gerufen. Damit die Einsatzfähigkeit der Wehr gesichert blieb, wurden vom Wehrdienst befreite Bürger und Jugendliche ab 14 Jahre zum Dienst in der „Hilfstruppe" herangezogen. 1942 entschied man sich zum Kauf einer TS8 mit Anhänger, welcher an Fahrzeuge gekuppelt werden konnte. Er enthielt eine Motorpumpe, Saugschläuche und eine kleinere Anzahl C- und B-Schläuche. Mit dieser Anschaffung beginnt die Technisierung der Ortsfeuerwehr. Im Brandfalle war es möglich, einen Schnelleinsatz von den Wasserhydranten aus durchzuführen und für den größeren Löschwasserbedarf durch die Motorpumpe von der Schmutter zu sorgen. 1943 kam eine zweite TS 6, die vom Staat kostenlos zur Verfügung gestellt worden war, zum Einsatz. Mit dieser Ausstattung an Löschgeräten war die Wehr in der Lage, im Brandfall Wasser zu jedem Anwesen im Unter- und Oberdorf zu fördern.
Nach Bombenangriffen auf Augsburg wurde die Wehr zum Löschen der Brände und zu Hilfeleistung gerufen. Nach einem der schweren Bombenangriffe auf München musste die Wehr mit einer Zugmaschine der Raiba Gabiingen und der TS8 ausrücken, um Dachstuhlbrände von Wohnhäusern in der Arnulfstraße zu löschen. Außerdem wurden zerstörte Wasserleitungen mit Feuerwehrschläuchen ersetzt werden, damit die Bevölkerung mit Trinkwasser versorgt werden konnte. Die eingesetzten Wehrmänner waren im Alter von 14 bis 17 Jahren.
Als 1944 ein Brand im Anwesen Wiebel Martin ausbrach, musste die stark reduziert Wehr ausrücken. Unter Mithilfe von Bürgern aus der Gemeinde konnte das Vieh und landwirtschaftliche Geräte gerettet werden.
Zum Ende des Krieges sind 1945 beim Einmarsch der Amerikaner Brände durch Kriegseinwirkungen entstanden. Folgende Anwesen im Ort wurden getroffen:

Anna KühnFeldstadl an der Straße nach Gersthofen
Martin BremStall und Stadel, Bauernstraße
Anna WiedemannStall und Stadl, Lützelburgerstraße
Josef SchererWohhaus und Roßstall, Bauernstraße
Michael MerktleWohnhaus und Stall, Lützelburgerstraße

Die anrückenden Amerikaner machten bei den Löscharbeiten den Feuerwehrleuten Schwierigkeiten und wollten die uniformierten Männer festnehmen. Den amerikanischen Soldaten war diese Hilfeleistung einer in Deutschland zuständigen Organisation wahrscheinlich unbekannt. Zu berichten wäre noch, dass in den letzten Kriegsjahren noch Frauen zum Dienst in der Feuerwehr herangezogen worden sind. Ihr letzter Einsatz war der Brand im Anwensen Wiedemann Georg in der heutigen Biberbacher Straße. Der Wehrführer Agabit Fingerle war mit der Leistung der jungen Damen voll des Lobes.
Mit diesen Zeilen schließt die Chronik 1876 bis Kriegsende 1945 und stellt fest, dass diese Gemeinschaft von Bürgern in jedem politischen System tätig war, wenn es galt, seinen Mitbürgern zu helfen, wenn des Feuers Macht Leben und Gut vernichtet.

Gablinger Feuerwehr - vom Kriegsende bis zur Gegenwart

Nach dem Ende des fürchterlichen Krieges mit vielen Toten und Vermissten und unermesslichen Schäden konnte sich die Bevölkerung mit viel Kraft und Anstrengung wieder seiner Lebensversorgung widmen. Dringend notwendig war der Wiederaufbau der zerstörten Gebäude, auch in der Landwirtschaft. Baumaterial war nur schwer zu bekommen, meist nur im Tauschhandel mit Lebensmitteln. Verdienstmöglichkeiten außerhalb der Landwirtschaft gab es kaum. Das Chemiewerk der Farbwerke Höchst in Gersthofen sollte auf alliierte Anordnung demontiert werden, was aber vom Werksleiter Dr. Haisei im letzten Augenblick verhindert werden konnte. Verschiedene Vorschriften der Besatzer, wie z.B. das Ausgehverbot von 21.00 Uhr bis 6.00 Uhr, engte das zivile Leben stark ein. Die Schmutterbrücke war zerstört, ein Fahrzeugverkehr nach Osten dadurch nicht möglich.

Die Freiwillige Feuerwehr war praktisch aufgelöst und nur durch den Gemeinschaftssinn von Bürgern im Ernstfall einsatzfähig. Dieser Zustand veranlasste den von den Amerikanern eingesetzten Bürgermeister Agabit Fingerle am 24. Februar 1946 eine Versammlung einzuberufen, um eine Neubestellung der Freiwilligen Feuerwehr Gabiingen zu schaffen. 53 Bürger waren anwensend und folgten dem Antragsteller, eine Feuerwehr auf der Basis eines Ortsvereins einzuführen.

Die Wahl der Vorstandschaft erfolgte durch Simmzettel und ergab folgendes Ergebnis:

1. VorstandBenedikt Kratzer, Hauptstraße
1. KommandantLeonhard Lebsanft, Grünholderstraße
2. KommandantMartin Saule, Schulstraße
Schriftführer:Johann Saule, Achsheimer Straße
(jetzt Biberbacher Straße)
AusschussHeinrich Wollmann, Michael Wiedemann,
Thomas Schrott

Damit war wieder ein Verein im Ort, der die 1876 gegründete Hilfeleistung weiterführte. Als Erstes musste der Bürgermeister den Befehl der Besatzungsmacht bekanntgeben, dass die Schulterstücke von den Uniformen zu entfernen seien. Die Bezeichnung „Fire Dept." musste an die Uniformröcke angenäht werden. Eine weitere Anordnung der Amerikaner machte bei der Generalversammlung am 11. Jan. 1947 die Nachwahl des 1. Kommandanten notwendig, weil Kamerad Lebsanft sein Amt abgeben musste. Für ihn wurde Martin Saule gewählt, 2. Kommandant wurde Johann Wiedemann. Außerdem beschloss man, dass jedes aktive Mitglied bei unentschludig-tem Fernbleiben einer Übung eine Gebühr von 1 Mark bezahlen musste. Die in den folgenden Jahren abgehaltenen Generalversammlungen wurden turnusmäßig immer am 6. Januar abgehalten und enthielten Neufestsetzungen über die Vereinsangelegenheiten wie Beitragshöhe, Veranstaltungstermine und Anordnungen von Amtsstellen. Erfreulich war immer wieder die Begrüßung von Feuerwehrkameraden, die aus der Gefangenschaft in die Heimat zurückkehren durften.
Einen Großeinsatz erforderte ein Waldbrand auf der Arnspitze bei Mittelwald. Mit fast allen Feuerwehren aus dem südlichen Schwaben waren auch Gablinger Kameraden im Einsatz.

Unter der mangelhaften Ausrüstung litt der Übungseifer der Mannschaft. Das Gerätehaus an der Hauptstraße war gerade noch ein Abstellplatz für die Löschgeräte. Diese konnten auch nicht ordentlich gewartet werden, da kein weiterer Raum zur Verfügung stand. Es fehlte auch an einem Übungsplatz an der Hauptstraße zum Abhalten von geordneten Übungen. Sogar an einem Wasseranschluss mangelte es. Kommandant Saule verwieß auf diese Notstände immer wieder. Doch von der Gemeinde konnte keine Abhilfe erwartet werden, da diese an finanziellen Möglichkeiten scheiterte.

Im Juni 1948 wurde während eines Unwetters das Anwesen Thalhofer in der Biberbacher Straße durch Blitzschlag in Brand gesetzt. Das Löschwasser konnte mit den beiden Tragkraftspitzen TS6 und TS8 nur bedingt von der Schmutter heranschafft werden. Durch den Ausfall der TS8 brach die Wasserversorgung für kurze Zeit zusammen, so dass das Anwesen Schmid wegen der engen Bauweise der Gehöfte dieser Feuersbrunst zum Opfer fiel. Wieder ein Anlass für Kommandant Saule, die unzureichende Ausrüstung zu bemängeln. Doch in den folgenden Jahren blieb Gabiingen von Bränden verschont.

Kirchenzug mit der Fahne des Burschenvereins zu den Gaststätten Hartl und Schaller mit Festplatz beim 75-jährigen Feuerwehrjubiläum 1951 (an der Kreuzung Batzenhofer-/ Grünholderstraße). Fahnenabordnung: Fahnenträger Isidor Weinmann, Begleiter Georg Reinsch (links) und Max Kratzer (rechts); die Festdamen: Anna Schmid, Hedwig Saule und Rosa Sailer.

Am 8. Juli 1951 stand das 75-jährige Gründungsfest an. Die Festplätze sind auf die Gaststätten Hartl, Schaller und Dössinger verteilt worden. Auf der Steppichwiese - heute steht dort die Schule - wurde ein herrlich gestalteter Altar aufgebaut, an dem Pfarrer Ledermann den Festgottesdienst zelebrierte. In seiner Festansprache würdigte er die Hilfeleistungen in den vergangenen 75 Jahren. Den Gefallenen und Ver-missten in den beiden Weltkriegen wurde am Kriegerdenkmal gedacht. Mit den Ortsvereinen, dem Patenverein aus Lützelburg und einigen Nachbar-Feuerwehren zog man mit der Musikkapelle Gabiingen zu den Festplätzen, wo mit der ganzen Bevölkerung gefeier wurde.

In der Jahreshauptversammlung am 6.1.1953, bei der auch Bürgermeister Geisenberger anwensend war, brachte Kommandant Saule zum wiederholten Male die unzureichende Gerätschaft der Wehr zur Sprache. Er solle einen schriftlichen Antrag für die gewünschten Anschaffungen an die Gemeinde stellen, war die Antwort des Bürgermeisters. Dieser Antrag wurde im laufenden Jahr dahingehend befürwortet, dass der mit Holzreifen ausgerüstete Anhänger mit Gummirädern versehen wurde und weiterer Ersatz für Schutzhelme und Schlauchmaterial beschafft werden konnte.

Bei der Jahreshauptversammlung 1957 teilten Vorstand Benedikt Kratzer und die beiden Kommandanten Saule und Wiedemann mit, dass sie sich nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stellen wollen. Nun war Bürgermeister Geisenberger als Gemeindechef gefordert Nachfolger für die Ausscheidenden, die die Wehr immer gewissenhaft und mit viel Idealismus geführt hatten, zu finden. Nach mehreren Versuchen und Vorschlägen wurde erreicht, dass sich Paul Geißler zum 1. Kommandanten und Adolf Auernhammer zu seinem Stellvertreter wählen liesen. Zum Vorstand wurde Max Kratzer und zu Ausschussmitgliedern Ernst Kühn, Hermann Rosen-wirth und Martin Saule (Schulstraße) gewählt. In Folge wurde Martin Saule als Kreisbrandmeister in der Landkreisinspektion eingesetzt und übte diese Tätigkeit mehrere Jahre aus.

Die neu gewählten Kommandanten machten als Erstes Bilanz über die Gerätschaften und stellten fest, dass der Gerätepark sehr dürftig war und keine Schlagkraft sicherstellen konnte. Die im Jahre 1943 erhaltene TS6 wurde ausgemustert. Nach Einreichung einer Liste mit unbedingt erforderlichen Geräten genehmigte der Gemeinderat 1957 den Kauf einer TS8 mit Anhänger von der Firma Bachert. Geißler und Auernhammer absolvierten die Feuerwehrschule in Regensburg und drei Feuerwehrkameraden nahmen an einem Maschinistenlehrgang teil. Kreisbrandmeister Saule sprach sich lobend über die durchgeführten Maßnahmen der neuen Führung aus.

Fahnenweihe 1959

Einem Antrag von Theo Liebert bei der Jahreshauptversammlung 1959, eine Vereinsfahne anzuschaffen, stimmten die Mitglieder zu. Folglich wurde sofort ein Ausschuss gebildet, um Kosten und Einzelheiten für die Ausführung einzuholen.
Die Fahne wurde von einer Fahnenstickerei in München gefertigt, die schon Lieferant für das bayerische Königshaus war. Der Preis für Fahne und Fahnenbänder belief sich auf 5000 Mark. Dieser Betrag war natürlich nicht in der Kasse. Also musste ein Weg gefunden werden, wie das Geld beschafft werden konnte. In der Vorstandschaft wurde beschlossen, Einwohner und Geschäfsleute um eine Spende zu bitten und so kam erfreulicherweise die erforderliche Summe zusammen.
Der Festausschuss konnte nun mit den Vorbereitungen für die Fahnenweihe am 5. Juli beginnen. Es sollte nach Meinung der Feuerwehrkameraden ein Fest werden, wie es für Gabiingen Tradition ist. Als Fahnenbraut konnte Maria Laier gewonnen werden. Die Festdamen Dora Kundinger, Annemarie Liebert, Lieselotte Eberle, Maria Eding und Fany Reiner waren würdige Begleiterinnen. Als Fahnenjunker fungierte Xaver Jäger mit den Begleitern Karl Sailer und Sebastian Meitinger. Die Freiwillige Feuerwehr Lützelburg stellte sich als Patenverein zur Verfügung. Auf der Steppichwiese wurde wieder ein herrlich geschmückter Altar aufgebaut, an dem Pfarrer Ledermann den Festgottesdienst zelebrierte und die Weihe der neuen Fahne vornahm. Danach zog der Festzug zum Kriegerdenkmal, wo man der gefallenen und verstorbenen Kameraden und Mitglieder gedachte. Mit dem Patenverein, der Musikkapelle Gablingen und den eingeladenen Nachbarwehren gings dann zum Festplatz bei der Gaststätte Hartl, wo auch eine Ehrentribüne aufgebaut worden war, um die neue Fahne der Bevölkerung vorzustellen. Nach Überreichungeines Fahnenbandes vom Patenverein wurde die Fahne an die Fahnenjunker übergeben.

Fahnenweihe 1959, Ehrentribüne vor dem Gasthof Hartl

Bei einem Brand im Jahre 1960 in der Gärtnerei Ruf wurde ein Nebengebäude ein Raub der Flammen.
Zu berichten ist auch über die Überschwemmungen durch die Schmutter. Der Fluss mit seinen vielen von der Natur geschaffenen Krümmungen trat regelmäßig bei starken Niederschlägen über die Ufer und überschwemmte Wiesen und die nahe an der Schmutter gelegenen Wohnhäuser und Höfe. Dieser Missstand wurde durch die Regulierung des Flussbetts in den 6oer-Jahren weitgehend ausgeräumt, zum Missfallen von Naturschützern von heute. Die Anwohner aber, die regelmäßig von den Fluten heimgesucht wurden, sind anderer Ansicht. Noch heute denken diese Menschen mit Schrecken an die eingedrungenen Wassermassen, die alles verschmutzt und großen Schaden angerichtet haben.

Das alljährlich wiederkehrende Hochwasser der Schmutter, hier eine Fotografie um 1960.

Bei der Generalversammlung am 6. 1. 1962 im Gasthaus Schaller musste für Vorstand Max Kratzer ein Nachfolger gefunden werden. Erfreulicherweise stellte sich der bisherige Schriftführer und Kassier Kamerad Johann Saule zur Wahl und wurde mit großer Mehrheit gewählt. Johann Saule, genannt "Der Schäffler", hatte schon immer in der Wehr einen guten Namen. Bei den kameradschaftlichen Veranstaltungen war er Motor für Frohsinn und Heiterkeit. Als Kassier wurde Hermann Rosenwirth gewählt. Bestätigt wurden wieder der Kommmandant Geißler und sein Stellvertreter Meitinger.

Das Jahr 1963 erforderte einen Einsatz in Achsheim beim Brand im Bauernhof Roth. Die Gablinger Wehr war für die Wasserförderung von der Schmutter zuständig. Ein kleiner Waldbrand im Gemeindegebiet konnte schnell gelöscht werden. Des Öfteren mussten Brände auf dem Schuttplatz bekämpft werden. Von der Landkreisinspektion wurde ein Heuwehrgerät in Gabiingen stationiert. Neben Einsätzen im Ort und in Nachbargemeinden mussten damit auch Hilfeleistungen im Bayerischen und im südlichen Landkreis bis in Ustersbach erbracht werden.
Ein Großbrand am 29. Januar 1963 auf dem Bauernhof von Anton Liebert erforderte das Eingreifen der Gablinger Wehr und der Nachbarwehren aus Lützelburg und Achsheim. Erschwerend wirkte sich die Außentemperatur von -15°C für die Wasserförderung von der Schmutter aus. Durch die lange Kälteperiode war der Fluss mit einer 30 cm dicken Eisschicht zugefrohren. Der Wassertrupp und andere Helfer unter dem 2. Kommandanten Meitinger haben dabei hervorragende Arbeit geleistet, die Wasserversorgung war ununterbrochen gesichert. Die landwirt-schaftlichen Gebäude der Nachbargehöfte waren an verschiedenen Stellen in einem Abstand von nur einen Meter vom Brandobjekt entfernt. Ein Übergreifen der Flammen konnte geschickt verhindert werden. Ebenso war es möglich das Vieh aus dem Stall zu befreien und das Wohnhaus vom Brandherd abzuschirmen.

Das Jahr 1964 war für die Freiwillige Feuerwehr ein Meilenstein in ihrer Geschichte. Kommandant Paul Geißler, selbst im Gemeinderat tätig, konnte Bürgermeister Reinsch und den Gemeinderat endlich für die Anschaffung eines Löschfahrzeuges gewinnen. Man entschied sich für ein LF8-Mercendes-Fahrzeug mit Vorbaupumpe und Mannschaftskabine. Im Juni konnte das Fahrzeug bei der Firma Bachert in Friedrichshall in Empfang genommen werden.

Ein Großbrand im Mai 1965 in der Firma Michalke in Langweid Forret erforderte den Einsatz vieler Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis. Die Löschwasserversorgung vom Lechkanal zum Brandplatz baute ein amerikanische Löschzug der Gablinger Flugplatz-Feuerwehr und eine Löscheinheit aus Lageriechfeld auf. 7500 m2 der Betriebsfläche waren vollständig vernichtet. Das in der Nähe gelegene Munitionsdepot der amerikanischen Armee wurde von Hubschraubern wähend des Brandes laufend überwacht, da die Amerikaner ein Übergreifen des Brandes befürchteten.

Ein Größbrand bei der Firma Michalke in Langweid-Foret (20. Mai 1965). Größter Brand in der Geschichte des Landkreises Augsburg nach dem 2. Weltkrieg.

Das 90-jährige Gründungsfest wurde vereinsintern am 2. Oktober 1966 mit dem Patenverein Lützelburg und den Ortsvereinen gefeiert.

Die Neuwahl am 6. 1. 1967 brachte der Führungsmannschaft der Wehr wieder das Vertrauen von 60 anwesenden Mitgliedern. Neu in der Führungsriege war Bernhard Sailer, der schon längere Zeit als Maschinist und für die Pflege des LF8-Fahrzeuges tätig war. Durch seine Initiative wurde 1968 ein gebrauchter VW-Kastenwagen zum symbolischen Preis von 1 Mark erworben und zu einem Schlauchwagen umgebaut. Den Umbau erledigte Sailer mit einigen Feuerwehrkameraden ehrenamtlich, das erforderliche Material wurde aus der Gemeindekasse finanziert.

Um die Kameradschaft innerhalb der Wehr zu pflegen und auch die Ehefrauen und Bekannten der Feuerwehrkameraden in das Vereinsleben einzubeziehen wurdeim Herbst 1968 eine Busfahrt nach München organisiert. Dabei wurden in der Landeshauptstadt Bauarbeiten für die anstehenden Olympischen Spiele 1972 sowie für die U-Bahn besichtigt. Zur Ab-rundung dieses Ausflugs traf sich die ganze Reisegesellschaft im Platzel. Dieser gelungene Ausflug war Anlass für erneute Ausflüge zu anderen Zielen in den nächsten Jahren.

Bei einer Inspektion 1969 konnte der Kommandant vermelden, dass mit dem vorhandenen Schlauchmaterial alle Anwesen im Ortsbereich mit Löschwasser aus der Schmutter versorgt werden könne.
Durch den Bau der Ortskanalisation war das 1910 gebaute und längst nicht mehr zeitgemäße Gerätehaus im Weg. Für einen möglichen Neubau kam ein Grundstück nahe der Schmutterbrücke beim Anwesen Benedikt Kratzer in Betracht. Bürgermeister Reinsch und seine Gemeinderäte beschlossen den Bau 1972 einzuleiten.

Ein Brand 1971 in der Gastwirtschaft Hart! konnte ohne großen Schaden gelöscht werden. Bemängelt wurde aber, dass zuwenig aktive Wehrmänner untertags einsatzbereit waren und der Übereifer der Zuschauer mehr geschadet als genützt habe, schreibt der Schriftführer in der Generalversammlung vom 20.2.1972. Vorstand Saule bat um Verständnis, dass er eine Wiederwahl nicht mehr annehmen könne. Die Versammlung nahm diese Nachricht mit Bedauern zur Kenntnis, denn der "Saule Hans" führte den Verein mit Leib und Seele. Paul Geißler erklärte, dass er nach 15-jähriger Amtszeit als Kommandant diesen Posten abgeben möchte und sich dafür als 1. Vorstand zur Verfügung stellen würde. Die Neuwahl brachte dann folgendes Ergebnis: 1.Vorstand: Paul Geißler, 1. Kommandant: Xaver Jäger, 2. Kommandant: Michael Wiede-mann. Als Anerkennung für seine großen Verdienste in der Gablinger Feuerwehr wurde vom neuen Vorstand vorgeschlagen, Kamerad Saule zum Ehrenvorstand zu ernennen. Beim Kameradschaftsabend im Herbst 1972 wurde diese Ernennung mit der Überreichung einer Urkunde ausgesprochen. Diese Ehrung erfreute den allseits beliebten Kameraden sowie seine Söhne Johann, Xaver und Manfred, die ebenfalls schon geraume Zeit als aktive Feuerwehrmänner tätig sind, aufs Höchste.

1973 - ein neues Gerätehaus

Das neue Gerätehaus wurde im Herbst 1973 fertiggestellt. Es bestand aus einer Halle mit drei Stellplätzen für Fahrzeuge und einem Raum zum Unterbringen von Geräten und Material der Gmeinde. Im Anbau befanden sich ein Unterrichtsraum, ein Lagerraum sowie ein WC. Eine Schlauchwaschanlage mit Trockenturm ergänzte die sinnvolle Nutzung. Die Mitglieder, insbesondere Landwirte mit ihren Fahrzeugen, erledigten in 200 Stunden das Auffüllen des Baugeländes kostenlos. In vielen Arbeitsstunden wurden Einbauten in der Halle und im Unterrichtsraum erledigt. Zeugwart Otto Dempf organisierte diese Einsätze mit viel Idealismus.

Das Feuerwehrgerätehaus von 1973 bis 1999. Rechts im Bild die alte alte "Wetterglocke" aus der Gablinger Kirche unter einer durch Spenden finanzierten Überdachung.

Die Übergabe des Gerätehauses erfolgte am 4. November durch Bürgermeister Reinsch. Den Festlichkeiten wohnten Landrat Dr. Franz Xaver Frey, Oberregierungsrat Karl Heinz Müller, KBR Karl Wiedemann, KBM Strobel, Bürgermeister Sprenzel aus Lützelburg und Anton Fischer bei. Mit einem Gottesdienst begann die feierliche Übergabe. Pfarrer Ledermann würdigte in seiner Ansprach die Arbeit der Feuerwehren und gab der neuen Einrichtung den kirchlichen Segen mit der Hoffnung, dass dieses Haus ein Ausgangspunkt für die christliche Nächstenliebe in der Gemeinde werden möge. Das neue Haus soll, so Bürgermeister Reinsch, der Wehr ein Ansporn sein zum aktiven Dienst. Er war voll des Lobes an die Handwerker und die freiwilligen Helfer. Er erinnerte auch daran, dass in der Schlussphase sogar Ehrenvorstand Saule und die Frauen der Wehrmänner mitgeholfen hatten. Kommandant Jäger bestätigte, dass die Wehr ein Heim erhalten hat, das ihren Vorstellungen entspricht und dankte den Verantwortlichen für die Bereitstellung der fianziellen Mittel. Landrat Dr. Frey sagte den Wehrmännern, dass sie auf dieses Werk stolz sein könnten. Er freue sich, dass sich auf dem Lande immer wieder Männer und Jugendliche für den schweren Dienst in der Feuerwehr zur Verfügung stellen. Kreisbrandrat Wiedeann erwähnte in seiner Ausführung, dass der Neubau eine Stätte der Schulung und der Einsatzbereitschaft ist. Er lobte die Aktivität der Gablinger Wehr. Eine Gruppe hat sich in den letzten Wochen der Mühe unterzogen, das Leistungsabzeichen in Silber abzulegen. Der Kreisbrandrat überreichte die Abzeichen an Michael Wiedemann, Otto Dempf, Manfred Saule, Anton Schuster, Georg Schuster, Xaver Saule, Georg Stegmüller, Leonhard Stegmüller und Hermann Dössinger.
Der Abbruch des alten Gerätehauses an der Hauptstraße wurde in eigener Regie durchgeführt. Die erforderliche Brotzeit mit Bier für die freiwilligen Arbeiter wurde aus der Vereinskasse bezahlt. Nach dem Einzug der Wehr in ihre neue Heimstatt wurde der Wunsch laut, den Unterrichtsraum, der nur mit Tischen und Stühlen ausgestattet war, mit Schränken für Büro und Geschirr einzurichten. Hier war der Fachmann 2. Kommandant Manfred Saule gefragt, der unentgeltlich einen Wandschrank anfertigte.

Kommandant Xaver Jäger und sein Stellvertreter Michael Wiedemann konnten im Rückblick auf das Jahr 1974 über drei gut ausgebildete Löschgruppen berichten und vermerken, dass die 15 angesetzten Übungen gut besucht waren. Eine 28 Mann starke Reservegruppe konnte auch während der beruflichen Abwesenheit der aktiven Wehrmänner einen ausreichenden Feuerschutz gewährleisten.

Eine Anschaffung von großem Nutzen war 1975 das Schlauchfahrzeug SW1000. Die Gemeinde musste dafür 24000 DM aufwenden. Vorerst konnten 570 Meter Schlauchmaterial untergebracht werden. Die volle Kapazität beträgt 1000 Meter. Kommandant Jäger sprach die Hoffnung aus, dass durch weiteren Kauf von B-Schläuchen das Fahrzeug voll bestückt wird.

Das 100 - Jährige

In der Jahreshauptversammlung am 6. 1. 1975 berichtete der Vorstand über die 1974 unternommenen Vorbereitungen für das 100-jährige Gründungsfest. In den Festausschuss wurden bestimmt: Johann Saule sen., Paul Geißler, Hermann Rosenwirth, Xaver Jäger, Michael Wiedeann, Anton Liebert, Sebastian Dössinger, Georg Stegmüller, Joh. Saule jun., Manfred Saule, Otto Dempf, Hermann, Dössinger, Isidor Weinmann, Alfred Anzinger, Günter Frede, Alfred Rainer sowie Anton Rager. Auch 1. Bgm. Reinsch und 2. Bgm. Kaiser traten dem Festausschuss bei. Jedes Ausschussmitglied wurde vom Vorsitzenden Geißler mit einem Aufgabengebiet betraut.

Die Festdamen und Aktiven beim 100-jährigen Feuerwehrjubiläum 1976.
von links: 1. Kommandant Xaver Jäger, 2. Kommandant Michael Wiedemann, Renate Geißler, Maria Saule, Elisabeth Rotter, Ingrid Schuster, Cornelia Dempf, Anna Weinmann, Marlene Brem, Ursula Kratzer, Maria Wittmann, Monika Oblinger, Claudia Oblinger, Annemarie Saule und Vorstand Paul Geißler.
Vor der Mannschaft in Bildmitte: Täfelebub Reinhard Saule

Der Termin für das Gründungsfest wurde am 6.1.1976 auf den 18. bis 20. Juni 1976 festgelegt. In der gleichen Versammlung wurde bekanntgegeben, dass der Verein aus 203 Mitgliedern besteht. Im vergangenen Jahr 1975 besuchte die Wehr 13 Feuerwehrfeste. Ebenso konnte berichtet werden, dass in 17 Festausschusssitzungen der Ablauf und die verschiedenen Verträge für das Fest festgelegt wurden. Als Festkapelle wurde der Musikverein Gabiingen verpflichtet. Als Gastkapelle stellte sich die Musikkapelle Stiefenhofen (Allgäu) zur Verfügung. Eine Festschrift, bei deren Erstellung Oberlehrer Maly und seine Gattin behilflich waren, konnte die Geschichte der Wehr aufzeigen.

An der Spitze des Festumzuges 1976 Vorstand Paul Geißler (links), Ehrenmitglied Josef Schmid (Mitte) und Kommandant Xaver Jäger (rechts) gefolgt von der Gastkapelle aus Stiefenhofen im Allgäu.

Die Gablinger Wehr mit den Festdamen im Jubeljahr 1976 beim Festumzug der Freiwilligen Feuerwehr Achsheim zu deren 100-jährigem Bestehen.

In der Woche vor dem Fest wurden die Vorbereitungen auf dem Festplatz - auf dem Grundstück von Josef Kaufmann gegenüber dem Feuerwehrhaus - durchgeführt. Unter Zusammenhilfe vieler Bürger und Mitgliedern vieler Ortsvereinen wurde das 1500 Personen fassende Festzelt aufgestellt.
Erfreulich war, dass sich zwölf junge Frauen als Festdamen zur Verfügung stellten. Es waren: Marlene Brem, Cornelia Dempf, Renate Geißler, Ursula Kratzer, Claudia Oblinger, Monika Oblinger, Elisabeth Rotter, Annemarie Saule, Maria Saule, Ingrid Schuster, Anna Weinmann und Maria Wittmann. Ihre roten Kleider und die hübschen weißen Hüte haben sie selbst ausgesucht. Damit lenkten sie bei sämtlichen Auftritten während des Festes die Blicke auf sich. Auch bei allen Teilnahmen an weiteren Feuerwehrfesten sorgten sie für große Beachtung.
Eröffnet wurde das Fest am 18. Juli 1976 um 19.30 Uhr durch den Schirmherrn Bürgermeister Georg Reinsch. Ehrungen langjähriger Mitglieder mit der Musikkapelle Gabiingen war der erste Abend im vollbesetzten Festzelt gewidmet.
Am Samstag sorgte die Musikkapelle Stiefenhofen für gute Stimmung beim großen Festabend. Die abwechslungsreiche und originelle Moderation übernahm der unvergessene "Altwirt-Sepp". Der Heimat- und Volkstrachtenverein Gablingen, die Jodlergruppe "Die vier Ötlinger" und eine Spanferkelverlosung sorgten für beste Unterhaltung der Festbesuchern.

Die Jubiläumsmannschaft aus dem Jahre 1976 vor der Gablinger Volksschule aufgestellt zum Gemeinschaftsfoto für die Festschrift zum 100-jährigen Vereinsbestehen. In der 1. Reihe links stellvertretender Kommandant Michael Wiedemann, in der Bildmitte in Zivil Ehrenvorstand Johann Saule, daneben Vorstand Paul Geißler und ganz rechts Kommandant Xaver Jäger.

Am Sonntag eröffnete die Gastkapelle mit einem Weckruf ab 5.30 Uhr den Festtag. 56 Gastvereine und alle Ortsvereine wurden am Festplatz von der Jubelwehr und der Festkapelle empfangen. Den Festgottesdienst zelebrierte wieder Hochwürden Pfarrer Ledermann. Bevölkerung und Gastvereine erlebten eine Eucharistiefeier, in der unser Dorfpfarrer die Notwendigkeit einer intakten Wehr als unumgängliche christliche Gemeinschaft herausstellte.
Um 13.30 Uhr startete der Umzug durch die Dorfstraßen vorbei an vielen geschmückten Hausen. Die Bewohner und die zahlreichen Gäste aus der Umgebung applaudierten den vorbeimarschierenden Gruppen. Angekommen am Festzelt wurden die Vereine blumenschwingend von den Festdamen empfangen. Nach dem Fahneneinzug feierte man gemeinsam. Jedem teilnehmenden Verein wurde als Gastgeschenk eine selbstgefertigte Wachstafel mit dem Feuerwehrsymbol überreicht. Einen Erinnerungsteller zum Andenken an das Jubiläum übergab der Patenverein Lützelburg.

Der Alltag geht weiter

Ein Großbrand am 28. September 1976 im Anwesen Harle an der Hauptstraße erforderte den ganzen Einsatz der Wehr. Bei weiteren zwei Wohnungsbränden, einem Garagenbrand und acht Einsätzen in der gemeindlichen Schuttgrube wurde die Männer in diesem Jahr zur Hilfe gerufen. Eine Jugendgruppe legte nach intensiever Schulung die Leistungsprüfung für das Jugendleistungsabzeichen mit Erfolg ab.

Brand im Anwesen Harle 1976. Gerade noch rechtzeitig konnte das Vieh aus dem Stall befreit werden.

Bei der Generalversammlung am 6. Januar 1977 wurde wie üblich Bilanz über das abgelaufene Jahr gezogen. Hauptthema war noch einmal das 100-Jährige. Die Anwesenden konnten der Vorstandschaft bescheinigen, dass dieses Fest bei der Bevölkerung ein großes Echo hinterlies. Der Vorstand dankte allen für die geleistete Arbeit, auch den Festdamen. Zweiter Bürgermeister Pius Kaiser würdigte die Leistungen der Wehr und hielt fest, dass die Wehr entscheidend dazu beigetragen hat, dass sich die Ortsvereine nähergekommen sind. Die Neuwahl bescheinigte allen Mandatsträgern wieder das Vertrauen.
1977 musste die Wehr ihrem verstorbenen ehemaligen Vorstand Max Kratzer das letzte Geleit zum Friedhof geben. Ein Nachruf des Vorstands und die Teilnahme der Wehr mit der Fahnenabordnung würdigten seine Verdienste.
1977 zeichnete der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes Albert Bürger im Rathaus von Dinkelscherben unseren 1. Kommandanten Xaver Jäger mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold für seine Tätigkeit aus.
Die Ansiedlung eines chemischen Betriebes im Industriegelände Ost gab Anlass zur Sorge bei eventuellen Löscheinsätzen. Kommandant Jäger stellte fest, dass hierfür Atemschutzgeräte erforderlich wären, außerdem müssten noch schrittweise weitere Anschaffungen wie ein Tanklöschfahrzeug und Funksprechanlagen getätigt werden. Bürgermeister Kaiser sicherte zu, bei den Haushaltberatungen diese Anliegen zu berücksichtigen. Eine Löschgruppe unter Löschmeister Manfred Saule, der sich auch der 2. Kommandant Michael Wiedemann anschloss, legte die Prüfung für das Leistungsabzeichen in Gold ab. KBI Hans Egger hielt bei seiner Rede besonders das beharrliche und zielstrebige Bemühen der Gablinger Wehr hervor. Diese Verleihung widmete die "Goldenen Jungs", wie sie sich heute noch nennen, Vorstand Paul Geißler zu dessen 50. Geburtstag, was dieser mit Freude annahm.
Erfreulich war das Interesse der Jugend, sich in der Freiwilligen Feuerwehr zu betätigen. Dazu war ein Feuerwehrmann notwendig, der die Ausbildung der Jugendlichen leitete und durchführte. Johann Pröll wurde damit beauftragt.

Die "Goldenen Jungs" von 1977; von links: Vorstand Paul Geißler, Kreisbandrat Werner Strobl (hinten), Manfred Saule, Otto Dempf, Georg Stegmüller, Xaver Saule, Michael Wiedemann, Georg Schuster, Hermann Dössinger, Leo Stegmüller, Anton Schuster, Kreisbrandinspektor Leonhard Almer und Kreisbrandmeister Hans Egger.

Zum schon traditionellen alljährlichen Kameradschaftsabend im Herbst 1978 im Gasthaus Hartl wieder kam die ganze Feuerwehrfamilie zusammen. Paul Geißler wurde im Rahmen dieses Beisammenseins auf Grund seiner Verdienste als Kommandant und Vorstand das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold verliehen. Für den verhinderten Kreisbrandrat Wiede-mann nahm Bürgermeister Kaiser die Auszeichnung vor und würdigte die langjährige Tätigkeit für das Löschwesen in der Gemeinde. Für die Organisation und Durchführung dieser Kameradschaftsabende, bei denen aktive und passive Mitglieder und auch deren Frauen eingeladen sind, war unser Kamerad Michael Wiedemann federführend.
Ein weiterer Höhepunkt 1978 war die Teilnahme am 100-jährigen Gründungsfest des Patenvereins und Ortsteilfeuerwehr Lützelburg.
Im Übungsjahr 78 legten wieder einige Gruppen Leistungsprüfungen ab. Acht Ernstfalleinsätze reichten von der Bergung eines Kraftfahrzeuges aus der Schmutter bis zu mehrfachen Brände am Schuttplatz. Das Löschen eines in Brand geratenen Kohlewaggons am Bahnhof rundete das Einsatzjahr ab.

Die Jahreshauptversammlung 1979 brachte wieder eine Übersicht über die Tätigkeiten von Verein und aktiver Wehr. Ein seltenes Jubiläum wurde Ehrenvorstand Johann Saule in der Versammlung zuteil. Für seine Verdienste um die Feuerwehr und für 50-jährige Mitgliedschaft konnte der Bürgermeister dem Ehrenvorstand das Feuerwehrabzeichen in Gold anheften. Er selbst ist schon fast ein Stück Feuerwehrgeschichte. Saule war auch anderweitig im öffentlichen Leben beiteiligt", stellte Bürgermeister Kaiser in seiner Laudatio fest.
Die aktive Wehr mit 34 Aktiven führte 40 Übungen durch. Bei acht erfolgreichen Einsatzübungen zeigten die Männer ihr Können. Zwei Gruppen legten mit gutem Erfolg Leistungsprüfungen ab. Ein Brand im Malergeschäft Walter in der Flurstraße erforderte einen speziellen Einsatz.

Bürgermeister Pius Kaiser verleiht bei der Generalversammlung 1979 Ehrenvorstand Johann Saule das Feuerwehrehrenzeichen in Gold für Verdienste in 50-jähriger Mitgliedschaft.

Die 80-er Jahre

Rund 80 Mitglieder konnte der Vorstand zur Jahreshauptversammlung 1980 begrüßen. Lobend erwähnte Kommandant Jäger das Interesse der Jugend an der Feuerwehrausbildung. Eine Jugendgruppe unter Leitung von Jugendwart Johann Pröll absolvierte wieder nach anstrengender Schulung die Leistungsspange der Jugend-Feuerwehr.

Die Jahresversammlung 1981 überschattete der Unfalltod des geschätzten Feuerwehrkameraden Alfred Rainer. Die Wehr nahm an einigen örtlichen Festlichkeiten sowie Hochzeitsfeiern von Kameraden der Wehr teil. Ortspfarrer Ledermann wurde zum 70. Geburtstag eine Aufwartung gemacht. Der Ausflug ging, wie im Vorjahr vorgeschlagen, ins Zillertal.
Ein Waldbrand am 21. Mai 1981, bei dem 15000 m² 8- bis 10-jähriger Fichtenbestand vernichtet wurde, erforderte einen Einsatz zwischen Gabiingen und Holzhausen. Fehlende Tanklöschfahrzeuge wurden durch 10 Zugmaschinen mit Odel-fässern ersetzt. Der Brand konnte schließlich eingedämmt werden. Bei Verkehrsunfällen waren zwei technische Einsätze notwendig.

In der Generalversammlung 1982 konnte Vorstand Geißler von 207 Vereinsmitgliedern berichten. Bei den Gablinger Skimeisterschaften belegten Mitglieder der Wehr sehr gute Plätze. In der Mannschaft wurden sie sogar Meister. Der Vereinsausflug führte nach Berchtesgaden.
Die aktive Wehr war mit 12 Einsätzen bei Schuttplatz-Bränden und Vekehrsunfällen beschäftigt. Kommandant Jäger konnte von 80 aktiven Männern berichten. Michael Wiedemann wurde, nachdem Xaver Jäger abdankte, zum Kommandanten gewählt, Manfred Saule zu seinem Stellvertreter.
Die noch anstehende Wahl für den Vorstand des Vereins verlief problematischer. Durch eine sogenannte Umstrukturierung der Freiwilligen Feuerwehren in Bayern wurde eine Trennung von Aktiver Wehr und Feuerwehrverein in Gang gesetzt, in der Geißler keine Basis mehr für eine Fortsetzung seines Amtes sehe. Die Versammlung entschied sich darauf hin, vorerste das überörtliche Echo auszuloten und die Wahl des Vorsitzenden auszusetzen, aber nicht länger als für ein Jahr. Diese Maßnahme wurde mit Mehrheitsbeschluss gefasst. Nach 20-jähriger Leitung der Finanzen übergab Hermann Rosenwirth dieses Amt an Xaver Saule.

Bei der Generalversammlung 1983, die ohne Vorstand stattfinden musste, ersuchte Kommandant Wiedemann Paul Geißler, er möge die Versammlung durch die Tagesordnung führen. Zur Diskussion stand die Vorstandsfrage. Geißler berichtete von den im vergangenen Jahr stattgefundenen Gesprächen und betonte, dass die Proteste zum Erfolg in den Vereinsangelegenheiten geführt haben. Darauf hin wurde beschlossen, wieder einen Vorstand zu wählen. Nach einem einstimmigen Vertrauensbeweis konnte Geißler wieder als Vorstand weitermachen. Kommandant Wiedemann berichtete von 40 Übungen und kleineren Einsätzen. Als erfreulich bezeichnete er den vom Gemeinderat genehmigten Kauf eines Tanklöschfahrzeuges TLF16.
Der Termin für die Einweihung des neuen TLF16 wurde mit dem Gemeindefest zusammengelegt und konnte mit den Nachbar-Wehren gefeiert werden. Anwesend waren Landrat Dr. Franz Xaver Frey, die für die Landkreisinspektion zuständigen Kreisbrandinspektoren und Kreisbrandmeister. Pfarrer Ledermann nahm die kirchliche Weihe vor. Ein Löschfahrzeug-Kolonne mit den Nachbar-Wehren zog anschließend unter Begleitung von Musikkapelle und aktiver Wehr zum Festzelt.

Tanklöschfahrzeug bei der Fahrzeugweihe (1983)

Das Übungssoll von 40 Übungen wurde von Kommandant Wiedemann genutzt. Eine Löschgruppe mit ihm und seinem Stellvertreter Manfred Saule legte die Leistungsprüfung für "Rot auf Gold" ab. KBI Hans Egger hob die ihm schon viele Jahre bekannte Leistungsbereitschaft besonders hervor.
Eine neue Satzung, notwendig wegen des neuen Bayerischen Feuerwehrgesetzes, wurde bei der Generalversammlung am 16.3.1985 mit dem Zusatz angenommen, dass Vereinsführung und aktive Wehr eine Einheit bilden.

Bei der Rückschau am 21.3.1987 über das Jahr 86 berichtete Kommanadant Wiedemann von 14 Einsätzen, hauptsächlich bei Verkehrsunfällen, und 50 Übungen. Verhandlungen mit Bürgermeister Kaiser und dem Gemeinderat über den Kauf eines neuen Löschfahrzeuges LF8 wurden ebenfalls geführt.

Am Kameradschaftsabend im Herbst 1986 standen wieder Ehrungen für 25, 40, 50 und sogar 60 Jahre Mitgliedschaft an. Vorstand Paul Geißler erhielt für 40 Jahre aktiven Dienst das Feuerwehrkreuz in Gold nebst Urkunde. Kreisbrandrat Werner Strobel nahm die Laudatio seitens des Landkreises vor.

Jubilarehrung beim Kameradschaftsabend im November 1986 beim Hartl im Gasthof "Zur Post".

Ein Akt von Nostalgie war die Aufstellung einer noch vorhandenen Stahlglocke auf dem Hof des Gerätehauses. Die Glocke wurde als Schutzglocke benutzt, wenn schwere Gewitter über das Dorf heraufzogen.

Die Neuwahl bei der Generalversammlung 1988 wurde von Vorstand Geißler eingeleitet mit dem Dank an die Mitglieder für die gute Zusammenarbeit während seiner 15-jährigen Tätigkeit als Kommandant und die gleiche Zeitdauer als Vorstand. Er gab bekannt, dass er für eine weitere Amtszeit nicht mehr kandidieren will. Nach länger Diskussion über eine Nachfolge stellte sich Johann Pröll zur Verfügung, der in den letzten Jahren als Jugendausbilder fungierte. Die beiden Kommandanten Wiedemann und Saule wurden von den Aktiven wieder als Führungskräfte bestätigt. Mit Handzeichen ergab sich eine Mehrheit für Peter Mück als Kassier und Schriftführer sowie für die Vorstandsmitglieder Georg Stegmüller, Anton Rager und Franz Rotter.
Der in der Jahreshauptversammlung 1987 erwähnte Wunsch an den Bürgermeister, ein weiteres Löschfahrzeug vom Typ LF8 zu beschaffen, wurde erfreulicher Weise in die Tat umgesetzt. Das Fahrzeug konnte anlässlich des Gemeindefestes 1988 übernommen werden.

Fahrzeuge 1988: TLF 16/25 (Bj. 1983), LF8 MAN/VW (Bj. 1988), LF8 Mercedes (Bj. 1964), SW 1000 (Bj. 1975)

Traditionsgemäß wurde ab 1989 die Generalversammlung wieder am Drei-Königs-Tag angesetzt. Beim Gedenken an die Verstorben des vergangenen Jahres wurde von Vorstand Pröll besonders der Tod von Ehrenvorstand Saule bedauert und dessen Verdienste um die Wehr noch einmal gewürdigt. Im Anschluss wurde der Vorschlag der Vorstandschaft unterbreitet, Paul Geißler zum Ehrenvorstand zu ernennen, was von der Versammlung gutgeheisen wurde.

Die 90-er Jahre

Die Jahre 1990 und 91 standen in der Berichterstattung des Vorstandes die Teilnahmen an Feuerwehrfesten und ein Feuerwehrausflug. Kommandant Wiedemann verzeichnete 1990 neun Einsätze und mehrere kleine Hilfeleistungen. Eine neue Tragkraftpumpe TS8 von der Firma Rosenbauer ersetzte die alte Tragkraftspritze Bachert TS8, wofür sich Kommandant Wiedemann beim in der Versammlung anwensenden Bürgermeister Kaiser bedankte. Wegen des Golfkrieges wurde 1991 keine Faschingsball abgehalten.

Eine Jubilarehrung für langjährige Mitglieder wurde 1992 im Gasthaus Hartl in Verbindung mit einem Kameradschaftsklang. Der Vereinsausflug führte nach München. Eine Stadtrundfahrt und die Besichtigung des Franz-Josef-Strauß-Flughafens fand viel Interesse. Fünf Gründungsfeste von Feuerwehrvereinen im Landkreis wurden besucht, der 70. Geburtstag von Ehrenvorstand Paul Geißler mitgefeiert. Hilfeleistungen bei Unfällen auf der Kreisstraße A5 sowie Beseitigung von Ölspuren summierten sich auf 23 Einsätze. Mit Schere und Spreitzer mussten zwei Pferde aus einem umgestürzten Viehanhänger befreit werden. Nach der Rückkehr vom Ausflug nach München wurden die Männer zu einem Brand in der Schreinerei Durner in Achsheim gerufen. 43 Übungen sorgten weiterhin für einen guten Ausbildungsstand.
Eine für den Neubau des Gerätehauses positive Nachricht konnte Bürgermeister Kaiser vorbringen. Nach seiner Angabe wird das 1973 erbaute Gebäude abgerissen und durch einen vollständigen Neubau ersetzt. Dieser solle bis Ende 1998 im Rohbau erstellt sein. Der Ausbau der übrigen Räume werde unter Mithilfe der Mitglieder vorgenommen.

Die Berichte der Vorstandschaft am 6.1.1999 zeugte wieder von reger Tätigkeit. Für die Jugendfeuerwehr konnte die Vereinsführung den Erlös aus dem traditionellen Kesselfleischessen für die Einkleidung der neuen Jugendgruppe bereitstellen. Beim Kameradschaftsabend wurden wieder langjährige Mitglieder der Wehr mit Urkunden ausgezeichnet. Auch die Hebauf-Feier für das neue Gerätehaus war ein freudiges Ereignis. Kommandant Pröll verzeichnete 35 Übungen und 33 Einsätze über das Jahr 1998 hinweg. Die Einführung der Funkwecker für Kleinalarme bezeichnete er als sinnvolle Maßnahme. Die Alarmierung durch die Sirene für kleinere Einsätze entfällt damit.

52 Mitglieder trafen sich am 6.1.2000 wieder im Gasthaus zur Post um Rückschau zu halten. Zur Diskussion brachte der Vorstand eine Reparatur der Vereinsfahne, die dringend erforderlich ist. Die dafür erforderlichen Finanzmittel sollten durch Spenden von Firmen und aus der Bevölkerung aufgebracht werden.
Die aktive Wehr war nach dem Bericht des Kommandanten Pröll mehr als gefordert. 29 Einsätze waren nötig um größere Schäden zu verhindern. Herausragende Einsätze waren das Pfingsthochwasser in der Stadt Augsburg, ein Chemiealarm in Gersthofen und der Großbrand einer landwirtschaftlichen Halle in Hirblingen. Auch die Hilfeleistungen bei immer wieder stattfindenden Verkehrsunfällen im Zuständigkeitsbereich wurden angsprochen. Kommandantenstellvertreter Karl Dempf berichtete über die Jugendgruppe, welche den zweiten Platz bei der Feuerwehr-Olympiade in Langweid belegte. Ein Gruppe der insgesamt 17 jugendlichen Feuerwehrler legten mit Erfolg die Prüfung für die Leistungsspange ab.
Die turnusmäßige Neuwahl brachte wieder eine fachlich kompetende Führung sowie eine kameradschaftliche Vereinsführung an die Spitze. Neben Kommandant Johann Pröll wurde Peter Mück zu seinem Stellvertreter gewählt, da Karl Dempf diese Aufgabe nicht mehr übernehmen konnte. Die Vorstandschaft setzte sich aus Vorstand Max Kratzer, Kassier und Schriftführer Reinhard Saule zusammen. Karl Dempf und Bernhard Jäger wurden als Beisitzer bestätigt. Zum Schluss gab Vorstand Kratzer noch Hinweise für die Vorbereitung zum 125-jährigen Gründungsjubiläum, das 2001 gefeier werden soll.

Damit endet nun die kurze Zusammenfassung über die Geschichte der FFW Gablingen. Weitere Informationen und aktuelle Informationen finden Sie in den ensprechenden Rubriken auf unserer Seite.